Die meisten Monitoring-Werkzeuge arbeiten mit festen Schwellwerten: CPU über 90 Prozent, Datenverkehr über 50 MB/s, Alarm. Das ist einfach einzurichten und im Alltag schwer zu ertragen. Ein Server hat einen Rhythmus. Montags um 9 Uhr melden sich alle an, nachts um 2 Uhr läuft die Sicherung, am Wochenende ist es still. Ein Wert, der um 9 Uhr normal ist, kann um 23 Uhr ein Warnsignal sein.
Das Problem mit festen Schwellwerten
Ist die Schwelle niedrig, meldet sie jeden Montagmorgen und jede Sicherung. Nach ein paar Wochen wird die Mail nicht mehr gelesen. Ist sie hoch, fällt nachts nichts mehr auf, auch nicht ein Server, der um 23 Uhr plötzlich große Datenmengen nach außen schickt. Wer viele Systeme betreut, pflegt am Ende Hunderte Schwellwerte von Hand und ist trotzdem nie ganz sicher.
Die Baseline: was für diese Stunde normal ist
PRAEMON verdichtet die Messwerte jedes Servers zu Stunden- und Tageswerten und bildet daraus eine Baseline je Wochentag und Stunde, aus den letzten acht Wochen. Für „Dienstag, 23 Uhr“ kennt PRAEMON also den üblichen Bereich und die Streuung. Weicht eine Stunde deutlich davon ab, erscheint sie als Anomalie: mit Ist-Wert, erwartetem Bereich, Streuung und Dauer.
Ein Beispiel: ERP01 sendet dienstags um 23 Uhr üblicherweise 0,4 bis 0,9 MB/s. Heute sind es 4,6 MB/s, eine Sicherung ist nicht geplant. Ein fester Schwellwert von 50 MB/s hätte geschwiegen. Die Baseline meldet: ungewöhnlich für jetzt. Der hohe Wert am Montagmorgen dagegen bleibt still, weil er jeden Montag so aussieht.
Wo feste Grenzen trotzdem richtig sind
Manche Grenzen sind absolut. Ein Datenträger, der voll ist, ist voll, egal zu welcher Stunde. Ein Dienst, der nicht läuft, läuft nicht. Für solche Zustände gibt es weiterhin feste Regeln. Die Baseline ersetzt die vielen Schwellwerte, die eigentlich nur raten, was normal ist.
Die ersten Wochen
Die Verläufe sind ab der ersten Messung sichtbar. Die Baseline wird mit jeder Woche genauer. Solange zu wenige Werte da sind, zeigt PRAEMON das an, statt zu raten. Nach acht Wochen steht für jede Stunde der Woche ein belastbarer Vergleich.